Verschweigt die Ehefrau eine außereheliche Beziehung und entsteht daraus ein Kind kann dies eine Verwirkung des Trennungsunterhaltes für die Ehefrau bedeuten, auch bei einer langen Ehedauer. Die seit 1978 verheirateten Eheleute streiten darüber, ob die Ehefrau ihren Unterhaltsanspruch dadurch verwirkt hat, weil ein aus der Ehe stammendes, 1984 geborenes Kind nicht von dem Ehemann abstammt. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist ein Unterhaltsanspruch zu versagen, herabzusetzen oder zeitlich zu begrenzen, soweit die Inanspruchnahme des Verpflichteten grob unbillig wäre, weil dem Berechtigten ein offensichtlich schwer wiegendes, eindeutig bei ihm liegendes Fehlverhalten gegen den Verpflichteten zur Last fällt. Dies gilt auch für den Trennungsunterhalt. Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 8 UF 41/14) hat in einer aktuellen Entscheidung festgestellt: “Der Härtegrund eines Fehlverhaltens ist grundsätzlich als verwirklicht anzusehen, wenn eine Ehefrau ihrem Ehemann verschweigt, dass ein während der Ehe geborenes Kind möglicherweise von einem anderen Mann abstammt. Denn für die persönliche Lebensgestaltung des Ehemannes, zu der die Beziehung zu dem Kind und auch die Haltung zur Ehe zu rechnen sind, ist der Umstand des Bestehens der leiblichen Vaterschaft von signifikanter Bedeutung. Diese Voraussetzungen lagen vor. Das inzwischen 30 jährige Kind stammte, wie durch ein Gutachten feststeht, nicht vom Ehemann ab. Die Ehefrau hatte auch Kenntnis von der möglichen anderweitigen Vaterschaft eines anderen Mannes und handelte daher zumindest mit dem für die Verwirklichung der Härteklausel erforderlichen bedingten Vorsatz.

Gegen die Ehefrau anzuführen ist neben der wirtschaftlichen Belastung des Ehemannes in der Vergangenheit durch Unterhaltsleistungen für ein nicht von ihm stammendes Kind anzuführen, dass sie sich in ganz erheblicher Weise gegenüber ihrem Ehemann fehlverhalten hat. Das Gericht hat den Unterhaltsanspruch auf zwei Jahre nach dem Trennungszeitpunkt beschränkt, insbesondere weil die Ehe bereits über 35 Jahre bestand. Eine weitere Verpflichtung zur Zahlung durch den Ehemann hat das OLG abgelehnt.