Die getrennt lebenden Eltern betreuen ihre beiden Kinder im Alter von neun und 15 Jahren im wöchentlichen Wechsel. Bei diesem sogenannten Wechselmodell ist davon auszugehen, dass sich die Eltern in der Betreuung der Kinder abwechseln und jeder von ihnen etwa die Hälfte der Versorgung-und Erziehungsaufgaben übernimmt. Es gibt also eine sogenannte „Vaterwoche“ und eine „Mutterwoche“.

Die Eltern, die eine entsprechende Betreuungsregelung frei vereinbaren können, müssen dann auch beachten, dass bei einem Wechselmodell kein Elternteil vom Barunterhalt für die Kinder befreit wird. Die im Rahmen dieses Wechselmodells geleistete Kinderbetreuung kann nicht zur vollständigen Befreiung von der Barunterhaltspflicht führen.

Das Oberlandesgericht Dresden hat in einem aktuellen Beschluss vom 29. Oktober 2015 (Aktenzeichen 20 UF 851/15) festgehalten, dass sich der Bedarf der Kinder nach dem Einkommen beider Eltern richtet und im vorliegenden Fall bei insgesamt rund 1000 Euro für beide Kinder liegt.

Den Eltern muss jedoch ein Eigenanteil (sogenannter Selbstbehalt) zum Leben verbleiben. Dieser Selbstbehalt liegt bei 1300,00 Euro. Im vorliegenden Fall verfügte der Kindesvater über ein Nettoeinkommen in Höhe von rund 2900 Euro, die Kindesmutter in Höhe von gut 1400,00 Euro. Hiervon ist der Selbstbehalt jeweils in Abzug zu bringen, sodass für den Unterhalt noch rund 1600 Euro zur Verfügung stehen, bei der Mutter lediglich 100 Euro.

Die Haftungsquote liegt also bei 95 % zulasten des Vaters und 5 % zulasten der Mutter, entsprechend müssen beide Eltern für die Unterhaltszahlungen an ihre Kinder aufkommen, der Vater hat daher etwa 950 Euro für seine beiden Kinder zu zahlen, die Mutter nur 50 Euro.